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Vom Einzug in Jerusalem zur Leidensgeschichte

Pfarrer Albrecht Kleinhenz hieß die Gläubigen am Engelsplatz zur Prozession am Palmsonntag, 29.03.26, herzlich willkommen. An diesem Tag sei Jesus feierlich in Jerusalem eingezogen – und zwar auf einem Esel, dem Lasttier der kleinen Leute.

Auch wir wollten es Jesus gleich tun, indem wir ihm mit Hymnen, Liedern und Gebeten entgegenzögen. Er bat Gott, die Palmzweige als Zeichen des Lebens und des Sieges zu segnen, unseren Glauben zu mehren, unsere Bitten gnädig zu erhören und uns durch Jesus gute Werke tun zu lassen.

Nach der Verkündigung des Evangeliums begann die Prozession zur Pfarrkirche, musikalisch begleitet von der Stadtkapelle Miltenberg. Zum Einzug in die Kirche sangen alle: „Sieh, Jerusalem, dein König, sieh voll Sanftmut kommt er an! Völker seid ihm untertänig, er hat allen wohlgetan! Den die Himmel hoch verehren, dem der Chor der Engel singt, dessen Ruhm sollt ihr vermehren, da er euch den Frieden bringt!“

Nun folgten die Lesungen; die zweite Lesung wurde gesungen. Danach wurde die Leidensgeschichte Jesu von Pfarrer Kleinhenz und zwei Lektorinnen mit verteilten Rollen gesprochen.

In seiner Predigt betrachtete der Pfarrer die Leidensgeschichte anhand einiger Personen. Da sei Petrus, der felsenfest sicher sei, dass er immer zu Jesus stehen werde; plötzlich erkenne er, wie schwach er im Hof des Hohen Priesters sei und seinen Meister schamlos verrate. Da seien die anderen Jünger, die ihre Hoffnung auf Jesus gesetzt hätten; jetzt sei er weg und sie damit alleine und hilflos. Sie hätten Angst und flüchteten. Da sei das Volk – heute rufe es noch „Hosanna“ – bald schon „Kreuzige ihn!“. Da sei Maria. Sie habe alles für ihren Sohn getan und jetzt könne sie nur ohnmächtig unter dem Kreuz stehen und zusehen, wie Jesus hingerichtet werde. Schließlich sei da noch Jesus selbst, der stets vom Vertrauen in Gott getragen gewesen sei. Nun beginne er zu zweifeln und sterbe am Kreuz mit den Worten: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Auch die junge Kirche habe sich mit dem Scheitern schwergetan. Bei Lukas stehe: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist“ und bei Johannes heiße es: „Es ist vollbracht“. Der Skandal des Kreuzes werde als Siegeszug inszeniert und das Kreuz geschwächt.

Die christliche Kirche sei in ihren Anfängen eher eine Gemeinschaft von gescheiterten Menschen und erst durch die Auferstehung und die Erscheinungen Jesu zum Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus gekommen. Auch heute kämen viele Menschen mit ihren Schwächen, Lastern und Sünden, ihren Schicksalen und zerplatzten Lebensträumen zu Gott. Seien wir Christen eine Gemeinschaft der gescheiterten Menschen? Vielleicht gelinge es uns heute am Palmsonntag in den Krisen und Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten den Blick auf unser Scheitern und Versagen im Leben zu richten und uns voll Vertrauen in die barmherzigen Hände Gottes zu legen.

Der Pfarrer wünschte allen einen gesegneten Palmsonntag und eine gnadenreiche Karwoche.

Nina Reuling / Bilder: Martin Winkler