Pfarrer Jan Kölbel, der die Osternacht zelebriert hätte, sei leider kurzfristig erkrankt, so dass er für ihn eingesprungen sei. In dieser Nacht habe Jesus den Tod besiegt und sei zum Leben hinübergegangen. Er bat Gott, das Osterfeuer zu segnen und in uns die Sehnsucht nach dem unvergänglichen Licht Gottes zu entfachen, damit wir durch Christus zum ewigen Osterfest gelangten. Schließlich bereitete er die Osterkerze und entzündete sie am Osterfeuer. Mit den Worten „lumen Christi“ (Christus, das Licht) und der Antwort der Gemeinde „deo gratias“ (Dank sei Gott) zog der Pfarrer in die dunkle Pfarrkirche ein.
In der Kirche verteilten die Ministranten das Licht der Osterkerze an die Kerzen der Gläubigen, so dass sich das Licht Christi im Kirchenraum verbreitete. Dann sang Diakon Florian Grimm das Osterlob. Nun folgten Lesungen aus dem Alten und dem Neuen Testament, in denen das Heilswerk Gottes und seine Erlösungstaten für sein Volk zum Ausdruck kamen. Insbesondere durch das Wasser der Taufe führt er die Menschen zur Freiheit. Zum feierlichen „Gloria“, gesungen von der Schola und der Gemeinde, erklangen zum ersten Mal seit Gründonnerstag die Orgel und die Glocken. Die Minis klappten das über die Fastenzeit geschlossene Altarbild wieder auf und die Beleuchtung wurde eingeschaltet. Diakon Florian Grimm verkündigte das Evangelium von der Auferstehung Jesu nach dem Evangelisten Johannes.
Mit dem seit der Barockzeit traditionellen Osterwitz begann der Pfarrer seine Predigt. Dieser lautet: Treffen sich zwei Freunde auf ein Bier. Die Stimmung des einen ist etwas gedrückt. Auf die Frage, was denn los sei, erwiderte er: „Mit meiner Frau ist es ein besonderes Kreuz. Es wird immer schlimmer. Jede Nacht ist es das Gleiche. Sie rennt durch alle Wirtschaften, ist nicht zu bremsen.“ Der andere entsetzt: „Was, ist sie Alkoholikerin geworden?“ - „Nein, sie sucht mich.“ Aus diesem Witz könnten wir eine Osterbotschaft ziehen, nämlich, dass der Herrgott uns überall suche: Auch in Kneipen, ja sogar im Grab. Wenn man von München nach Garmisch auf der Autobahn fahre, gebe es eine Ausfahrt „Seeshaupt“. Auf dem dortigen Friedhof befinde sich das Grab des 1964 verstorbenen Pfarrers mit einem Mosaik der Auferstehung und der Inschrift: „Leut, da werds schauen!“ Diesem Priester sei die Auferstehung so wichtig gewesen, dass er in jedem Gottesdienst gesagt habe, die Menschen sollten sich auf den Himmel freuen.
Nach der Predigt wurde die Allerheiligenlitanei gesungen und das Taufwasser gesegnet. Dann erneuerten die Gläubigen ihr Taufversprechen und der Pfarrer besprengte sie mit dem Taufwasser.
Pfarrer Wolf segnete die Osterspeisen und bedankte sich bei allen, die den Gottesdienst mitgestaltet und die im Hintergrund gewirkt hatten sowie für den Blumenschmuck.
Nina Reuling / Bilder: Martin Winkler








