Er freute sich über die vielen Ministranten, begrüßte besonders den Männerchor, der in Jubiläumsjahr des Gesangsvereins den Gottesdienst musikalisch mitgestaltete. In seiner Ansprache stellte er fest, dass wir in unsicheren Zeiten leben. Der lange Zeit als zuverlässig angesehe Schutz durch die USA wird fragil, bei Rente, Pflege und Krankenkassen, in unseren wichtigen Versorgungssystemen haben wir jede Menge Unsicherheiten. In solchen Situationen denkt man gerne an die "gute alte Zeit" zurück. Aber auch im Jahr 1515, im Gründungsjahr der Bruderschaft gab es ähnliche unsichere Zeiten. Die Reformation stand an, auch zur damaligen Zeit war soziale Gerechtigkeit umkämpft, die Menschen waren unzufrieden mit dem prunkvollen Lebensstil des Kurfürsten. In diesen schwierigen Zeiten war die Sebastiani - Bruderschaft ein Rettungsanker. Was damals für die Menschen galt, gilt auch noch heute. Trotz der vielen Veränderungen ist der Mensch gleich geblieben, was er wirklich braucht sind heute wie damals Geborgenheit, Familie, ein Netzwerk das trägt und hält, aber auch Gottvertrauen. Dadurch hat die Bruderschaft auch heute noch eine große Bedeutung. Die Gemeinschaft wird lebendig gehalten, weil dem Gebet, den Worten, auch Taten folgen, weil die Bruderschaft sich einsetzt, etwas für andere tut. Der Hl. Sebastian ist dabei ein verläßlicher Verbündeter, der uns Vertrauen auf die Glaubensstärke und Zuversicht für die Zukunft lehrt.
Den Gottesdienst zelebrierte Monsignore Leipold gemeinsam mit den Diakonen Florian Grimm und Friedhelm Bundschuh. Leipold dankte auch den Männern der Freiwilligen Feuerwehr Bürgstadt, die die schwere Sebastianusstatue beim Umgang am Ende des Gottesdienstes durch die Kirche trugen.
Im Gottesdienst mit Neuaufnahme am Brudermontag, 19.01.26 begrüßte Pfarrer Kölbel die Mitglieder der Bruderschaft, und besonders auch die 10 Jugendlichen und 4 Erwachsenen die an diesem Abend neu aufgenommen wurden. Er erinnerte voll Dankbarkeit an den Heiligen Sebastian, dessen Gedenktag am 20. Januar gefeiert wird. Er erinnerte auch dankbar an die 511 Jahre lange Tradition, an die unglaublich vielen Mitglieder, die uns im Glauben vorausgegangen sind. Wenn wir feiern, sind nicht nur wir hier, diese Messe feiern auch alle Verstorbenen der Bruderschaft mit uns, sie gehören immer noch zur Bruderschaft. Das ist ja auch der Sinn der Bruderschaft, dass sie eine Gebetsgemeinschaft ist, die noch weit über das irdische Leben hinaus reicht, das ist das schöne daran, dass einen die Gemeinschaft nicht vergisst, auch wenn sich sonst niemand mehr an einen erinnert. Wir können an diese Gemeinschaft glauben, weil Jesus Christus uns versprochen hat, dass wir mit ihm eine Gemeinschaft haben, die unzerstörbar ist. Das Gedenken der Verstobenen des vergangen Jahres war auch im Mittelpunkt der Festandacht am Sonntag, 18.01.26 um 17.00 Uhr gestanden. Wie üblich wurden die Namen der Verstorbenen in Bürgstadt, aber auch auswärts von Brudermeister Michael Schmitt vorgetragen. Dass auch Sterbefälle z.B. in USA gemeldet werden und auch an lange ausgereiste Mitglieder noch gedacht wird, gab er den neu aufgenommen Mitgliedern mit auf den Weg.
Mit Bezug auf die Nachricht über die Schafe im Supermarkt, von denen gerade kurz zuvor in allen Medien berichtet wurde, die "viral ging", stellte Pfarrer Kölbel in seiner Ansprache am Brudermontag zunächst fest, wie so eine Schafherde funktioniert: ein Schaf geht voraus, die andern folgen ihm. Schafe folgen immer der großen Herde, das ist recht einfach. Mit diesem Gedanken leitete er über zum Hl. Sebastian, der auch einem Schaf folgte, einem besonderen Lamm: dem Lamm Gottes. Johannes der Täufer hatte Jesus so genannt, ein Begriff den es vorher so noch nicht gab. In Anlehnung an die damals üblichen Opferlämmer stand diese Bezeichnug dafür das Jesus der ist, der sich hingibt für die Menschen, der sich am Kreuz opfert. In der Offenbarung des Johannes ist er das Lamm, dem die Christen auf die Weide des ewigen Lebens folgen. Darin unterscheidet sich Jesus von den Schafen von Burgsinn, er macht nicht das, was alle machen, er entscheidet sich für einen ganz eigenen Weg: Den Weg der Liebe, der Sanftmut, der Gewaltlosigkeit bis hin zum Tod am Kreuz. Auf diesem Weg folgte ihm der Heilige Sebastian. Er stand zu seiner Überzeugung, zu seinem Glauben. Die Aufnahme in die Bruderschaft, die im Anschluss an die Predigt vorgenommen wurde, steht so auch als mutiges Zeichen dafür, in der heutigen Zeit zum Glauben zu stehen.
Im Anschluss an den Gottesdienst begrüßte der Brudermeister die Gäste der Bruderversammlung im Pfarrsaal. Willibald Schmalbach berichtete vom Kassenstand. Bei Wein und Bretzel gab es dann Gelegenheit, den Film von Larissa Anton über Brauchtum im Odenwald zu sehen, der auch Aufnahmen aus Bürgstadt, z.B. von der Martinskapelle und von der Urbanusprozession 2025 enthielt.






























