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Fledermäuse willkommen- Projekt des BN "Artenschutz unterm Kirchendach"

Dass die Bewahrung der Schöpfung eine der zentralen Anliegen des christlichen Glaubens sei und sich sehr gut mit Artenschutz verbinden lasse, stellte Pfarrer Jan Kölbel im Rahmen der Urkundenverleihung des Projekts „Artenschutz unterm Kirchendach für Fledermäuse und Greifvögel“ am 13.03.26 an der Laurentiuskapelle in Miltenberg heraus.

Frau Hildegund Helm (Kleinwallstadt) vom Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Miltenberg e.V. (im Folgenden: BN) erläuterte den Hintergrund: Seit Projektstart im Jahr 2023 seien vom BN 43 Kirchen im Landkreis Miltenberg kartiert und auf das Vorkommen von Gebäudebrütern (wie z.B. Mauerseglern) und Fledermäusen untersucht worden. Hierbei hätten elf Kirchen für Fledermäuse geöffnet werden können; neun Kirchen seien bereits für Fledermäuse offen, so dass fast 50 Prozent der kartierten Kirchen im Landkreis Miltenberg Fledermäusen als Quartiere zur Verfügung stünden. In Miltenberg sei in allen drei Kirchen das Große Mausohr, umgangssprachlich als „Kirchenfledermaus“ bezeichnet, nachgewiesen worden. In Bürgstadt in der Martinskapelle und in der alten Pfarrkirche St. Margaretha kämen Bartfledermäuse vor. Die großen Kirchendachstühle seien ideal für Fledermäuse. Dort könnten sie ein- und ausfliegen und ruhig „abhängen“. Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Miltenberg sei sehr kooperativ und finanziere eine Reinigung der bewohnten Kirchendachstühle. Der BN führe diese Reinigungen durch und stehe interessierten Kirchengemeinden als Ansprechpartner und für Problemlösungen zur Verfügung. Fledermäuse seien standorttreu und sehr konservativ, viele blieben dort, wo sie seien – es benötige schon einen „Freak“, um eine Neuansiedlung auszulösen.

Danach verlas Frau Helm die Urkunde von Thorsten Glauber (MdL, Bayer. Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz) mit folgendem Inhalt: „Für die vorbildlichen Leistungen beim Schutz bedrohter Tierarten durch die Schaffung und Pflege von Fledermausquartieren spreche ich der Pfarreiengemeinschaft St. Martin Miltenberg-Bürgstadt Dank und Anerkennung aus“. Frau Helm dankte im Namen des BN und übergab eine Plakette mit der Aufschrift „Fledermäuse willkommen“ zum Anbringen an der Außenseite der Laurentiuskapelle.

Pfarrer Kölbel bedankte sich für die Ehrung und die Plakette; er hoffe darauf, dass die Fledermäuse das Angebot auch annähmen. Zwischen Fledermäusen und kath. Christen bestünde aus seiner Sicht eine Grundsympathie, denn Plätze in Kirchen würden auch von Gläubigen über Generationen vererbt. Die Fledermäuse würden nicht nur zur Laurentiuskapelle, sondern zum verwunschenen, alten Friedhof drumherum sehr gut passen. Umweltschutz habe zu tun mit der Bewahrung der Schöpfung und wenn ein altes Gemäuer das Interesse der Fledermäuse wecke, sei dies eine Win-Win-Situation.

Frau Helm machte darauf aufmerksam, dass mit Mitteln der Glücksspirale ein Film von dem Projekt gedreht worden sei, welcher als Vorschau in Miltenberg und Erlenbach im Kino zu sehen gewesen sei.

Nina Reuling / Bilder: Martin Winkler