Pfarrer Jan Kölbel fragte die Kinder, wer von ihnen gerne in die Schule gehe. Erstaunlich viele bejahten dies. Auf seine Frage, ob die Kinder sich auch vorstellen könnten, wie es sei, wenn sie nicht zur Schule gehen dürften, sagten sie, dass dies zunächst schön sei, später aber langweilig. Zudem könne man keine gute Arbeit finden, wenn man nicht zur Schule gehe. In vielen Ländern sei es nicht selbstverständlich zur Schule zu gehen, z.B. in Kamerun (Westafrika), dem Mittelpunkt der diesjährigen Fastenaktion, so der Pfarrer.
Nach der Verkündigung des Evangeliums waren alle aufgerufen, sich vorzustellen, mit einer Rakete durch die Zeit und über Kontinente hinweg zu reisen. Ausgangspunkt der Reise war Miltenberg und das Ziel Kamerun. In Miltenberg berichtete ein Kind von seiner Schulzeit und dass es nach seinem Abschluss viele Möglichkeiten habe: Eine Ausbildung zu machen oder zu studieren. Viele Jahre später, als Erwachsener, blicke er auf sein Leben zurück und sei froh über viele Privilegien bei der Berufswahl. In Kamerun angekommen, erzählte Silas, dass er in Douala, der größten Stadt des Landes lebe. Er könne zwar ein wenig lesen und schreiben, aber nicht mehr zur Schule gehen, weil seine Mutter ihn zuhause brauche. Er habe Angst, dass es immer so weiter gehe. Viele Jahre später, als Erwachsener, erläuterte Silas, dass er Glück gehabt habe: Die Organisation CODAS Caritas habe ihm eine Ausbildung bezahlt und er könne seine Familie ernähren. Für die Glaubensgeschwister in Kamerun zu beten und sie mit einer Spende zu unterstützen, sei gelebte Nächstenliebe, sagte Pfarrer Kölbel. Die Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe seien die wichtigsten der Zehn Gebote. Hierzu gehöre es auch, sich selbst zu lieben und sein Herz für andere zu öffnen.
Er bedankte sich bei der Kombo des Familiengottesdienstteams und beim Kinderchor der Ökum. Kinder- u. Jugendkantorei (Ltg. Eva Schmid) für die musikalische Gestaltung und lud zum Kirchencafé ein, zu dem Kirchenmusiker Michael Bailer anlässlich seines Geburtstags Sekt und O-Saft ausgeben werde.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand die Wahl des Gemeindeteams per Akklamation statt. Das Gemeindeteam hat u.a. die Aufgabe, Kirche vor Ort sichtbar zu machen und für alle Gläubigen Ansprechpartner zu sein. Außerdem entsendet es Vertreter in den überörtlichen Pfarrgemeinderat. Die Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich der Gemeinde vor und nannten Bereiche, in denen sie sich bereits einbringen bzw. die ihnen besonders am Herzen liegen, wie z.B. Kinderkirche, Kirchencafé, Familiengottesdienstteam, Ministrantenarbeit usw. Gewählt wurden: Jasmin Weber, Dr. Albert Brendle, Anke Küster, Anna Salmen-Legler, Marina Rothenbach, Erika Kraft, Martina Kerekjarto-Breunig, Marlies Oswald, Franziska Rösler, Lea Miltenberger und Helmut Schwab.
Nina Reuling / Bilder: Martin Winkler, Thomas Bertlwieser (1), Nina Reuling (1)








