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Bürgstadter Walldürnwallfahrt 2026 - Teil 2: Die Liebe hört niemals auf – Eine alte Botschaft für eine neue Zeit

Der vorherige Artikel über das Lied "Beim frühen Morgenlicht" machte deutlich, dass sich die äußeren Formen einer Wallfahrt im Laufe der Zeit verändern können, ihre eigentliche Botschaft jedoch zeitlos bleibt. Diese Verbindung von Tradition und Gegenwart findet seit dem Jahr 2009 bei der Bürgstadter Wallfahrt ihren Ausdruck in den jährlich wechselnden Texten zum Leitgedanken, die in die teils traditionellen, teils nach und nach modernisierten Texten und den traditionellen Liedern eingebettet sind.

Unter dem Leitgedanken der diesjährigen Wallfahrt „Die Liebe hört niemals auf“ stellte Christoph Reichert zwei Erzählungen vor, die auf unterschiedliche Weise dieselbe Botschaft vermitteln.

Die Geschichte „Fußspuren im Sand“ machte deutlich, dass Gottes Liebe den Menschen gerade in den schweren Zeiten seines Lebens trägt. Dort, wo wir uns verlassen fühlen und meinen, allein unterwegs zu sein, ist Gott uns besonders nahe. Seine Liebe bleibt bestehen, auch wenn wir sie nicht immer erkennen können.

Die Erzählung vom gesprungenen Krug zeigte eine andere Seite dieser Liebe. Kein Mensch ist vollkommen, jeder trägt Brüche und Schwächen in sich. Doch gerade daraus kann Neues wachsen. Was wir als Makel empfinden, kann für andere zum Segen werden. Liebe misst den Menschen nicht an seiner Perfektion, sondern sieht seinen Wert und lässt aus Unvollkommenheit Schönheit entstehen.

Beide Geschichten ergänzen sich: Die erste erzählt von einer Liebe, die uns trägt, wenn unsere eigenen Kräfte nicht mehr ausreichen. Die zweite von einer Liebe, die unsere Schwächen annimmt und sie fruchtbar werden lässt. So wird das Wallfahrtsmotto „Die Liebe hört niemals auf“ konkret: Gottes Liebe begleitet uns auf unserem Lebensweg, sie verlässt uns nicht in schweren Zeiten und sie wirkt durch uns – auch dort, wo wir unsere Grenzen und Fehler sehen. Wer sich von dieser Liebe tragen lässt und sie an andere weitergibt, wird selbst zum Zeichen der Hoffnung und des Segens.

Wie berichtet, fiel die Teilnehmerzahl in diesem Jahr erneut eher bescheiden aus – vielleicht hat das Wetter den einen oder die andere vom Aufbruch abgehalten. Dabei entwickelt sich die Bürgstadter Wallfahrt Jahr für Jahr weiter: Neben den vertrauten Liedern laden moderne Texte und Impulse dazu ein, den Glauben mit dem eigenen Leben in Verbindung zu bringen. So verbindet die Wallfahrt Tradition und Gegenwart – lebendig wird sie aber erst durch die Menschen, die sich gemeinsam auf den Weg machen.

Deshalb gilt schon heute die herzliche Einladung, im nächsten Jahr einfach mitzupilgern – unabhängig davon, was die Wetter-App vorhersagt. Denn moderne Texte, vertraute Lieder und gelebte Gemeinschaft entfalten ihre ganze Wirkung erst dann, wenn viele Menschen den Weg gemeinsam gehen.

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