Jesus sei bereits als kleines Kind von Menschen aus fernen Ländern verehrt worden. Heute seien wieder viele Könige, vielleicht auch Weise unter uns. Er danke den über 90 Kindern, die sich bereit erklärt hätten, sich als Sternsinger zu engagieren und den Erwachsenen, die die Sternsingeraktion organisiert hätten. Nicht nur Kinder aus der Pfarrei St. Jakobus Miltenberg, sondern auch evangelische und Kinder aus Bürgstadt seien dabei. Es sei toll, dass so viele Kinder mitmachten und die Sternsingeraktion unterstützten. Worum es dieses Jahr gehe, würden wir jetzt hören.
„Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ sei das diesjährige Motto, so Diakon Florian Grimm. Kinder litten besonders unter Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Armut. Deshalb sei es gut und wichtig, heute auf Kinder in der ganzen Welt zu schauen. Am Fest der Erscheinung des Herrn stehe auch ein kleines Kind, in Armut geboren, im Mittelpunkt. Für die Weisen, von denen wir im Evangelium hörten, habe sich dieses Kind am anderen Ende der Welt befunden. Dennoch sei für sie kein Weg zu weit gewesen, um zu ihm zu gelangen. Sie seien dem Stern gefolgt und an der Krippe angekommen – bei dem kleinen Jesuskind, das die Welt verändert habe.
Nach dem Evangelium erläuterte der Diakon, dass es in Bangladesch, dem Beispielland der Sternsingeraktion 2026, das große Unrecht der Kinderarbeit gebe. Gegen diese Ungerechtigkeit stünden die Kinder heute auf, indem sie als Sternsinger Spenden für Kinder in Not sammelten und den Segen Gottes zu den Menschen brächten. In ganz Deutschland setzten sich ca. eine halbe Million Kinder als Sternsinger ein.
Nun erzählten die Kinder Tazim und Nour aus Bangladesch (vertreten von den Sternsingern Jakob und Hanna) ihre Geschichte. Tazim (12 Jahre) gehe bereits seit zwei Jahren nicht mehr zur Schule und weil seine Eltern krank seien, müsse er in einer Fabrik arbeiten, um Geld zu verdienen. Er sei sehr erschöpft, aber auch stolz, seiner Familie helfen zu können. Mittlerweile könne er wieder zur Schule gehen, weil eine Hilfsorganisation, die sich für arbeitende Kinder einsetze, das Problem gelöst habe. Diese hätte Medikamente bezahlt, so dass sein Vater wieder gesund geworden wäre und arbeiten könne; für ihn habe man eine Schule gefunden.
Die Geschichte von Nour sei ähnlich. Sie habe bereits mit 6 Jahren zu arbeiten begonnen. Die Leute, die Tazim geholfen hätten, hätten auch ihr geholfen. Sie gehe wieder zur Schule und wolle Rechtsanwältin werden.
Diakon Grimm bedankte sich bei den Kindern und wies darauf hin, dass Gott auf ihre und auf unser aller Hilfe angewiesen sei, um gegen das Unrecht in der Welt anzukämpfen.
Am Ende des Gottesdienstes segnete Pfarrer Kölbel die Kreide, die Segensaufkleber und die Sternsinger und wünschte ihnen eine gute Aufnahme sowie eine hohe Spendenbereitschaft.
Nina Reuling / Bilder: Martin Winkler




